Amsterdam (niederländisch
Amsterdam?/i) ist ein wichtiger Hafen und die Hauptstadt der Niederlande.
Amsterdam hat 758.198 Einwohner (Stand 1. Januar 2009) [2], als Agglomeration Groot-Amsterdam etwa 1,5 Millionen (2007).
Im Großraum Amsterdam (nördlicher Teil des Verdichtungsraumes Randstad) leben etwa 2,5 Millionen Menschen (2007).
Sitz der Regierung ist jedoch das 50 km entfernte Den Haag.
Amsterdam liegt in der Provinz Nord-Holland, an der Mündung der Amstel und des IJ in das IJsselmeer.
Amsterdam ist durch den Noordzeekanaal mit der Nordsee verbunden, mit einem Damm gegen Überschwemmungen geschützt
und von zahlreichen Grachten durchzogen.
Amsterdam-Centrum
Im Westen der Stadt:
- Westerpark (Spaarndammerbuurt, Staatsliedenbuurt, Frederik Hendrikbuurt)
- Amsterdam Oud-West (Helmersbuurt, Kinkerbuurt, Vondelbuurt)
- De Baarsjes (Mercatorbuurt, Admiralenbuurt)
- Bos en Lommer (mit dem Dorf Sloterdijk)
- Geuzenveld-Slotermeer (Slotermeer, Spieringhorn)
- Osdorp (Osdorp, MAP)
- Slotervaart (Overtoomse Veld, Nieuw-Sloten)
- Westpoort (Westliches Hafengebiet, Betriebsgelände Sloterdijk, Teleport, Ruigoord)
Im Süden der Stadt:
Im Osten der Stadt:
Im Norden der Stadt:
- Amsterdam Noord (mit den Dörfern Durgerdam, Zunderdorp, Ransdorp, Holysloot)
Im Südosten der Stadt:
→ Hauptartikel: Geschichte Amsterdams
Typische Amsterdamer Giebelhäuser
Typische Häuserzeile in Amsterdam
Der Name der Stadt leitet sich von einem im 13. Jahrhundert errichteten Damm mit Schleuse im Fluss
Amstel ab. Die Abdeichung von Flussmündungen wurde nötig, um die durch Sturmfluten gefährdete
Küstenlinie zu verkürzen. Zu solchen Deichen gehörten Schleusen, um das Flusswasser
hindurchzulassen
und die Schifffahrt nicht zu behindern.
Der in die Amstel gelegte Damm verband die zuvor auf beiden Seiten entstandenen Siedlungskerne,
die noch heute als Oude Zijde und Nieuwe Zijde (alte und neue Seite) bezeichnet werden.
An der Stelle des Amstel-Damms entstand im Laufe des Mittelalters ein städtischer Platz, der noch
heute den Namen Dam trägt und den Mittelpunkt der Stadt darstellt.
Bedeutung des Wappens [Bearbeiten]
Das Stadtwappen von Amsterdam besteht aus drei vertikal angeordneten Andreaskreuzen, nahezu
identisch der Stadtflagge, auf der die Kreuze jedoch horizontal angeordnet sind. Aufgrund ihrer schmalen
Ausführung werden die Kreuze als Flanchis bezeichnet.
Die genaue Bedeutung des Wappens ist unbekannt. Es gibt aber verschiedene Theorien, die von Historikern
als plausibel erachtet werden, bisher jedoch nicht weiter belegt werden können. Die zwei vorherrschenden Theorien sind:
- Die drei Kreuze symbolisieren die drei Plagen Flut, Feuer und Pest, die Amsterdam bedrohten
- Die Kreuze dienten der Identifikation von Furten an alten Handelsrouten. Auch die Wappen umliegender
- Städte weisen eine ähnliche Anordnung von Kreuzen auf: das Wappen von Amstelveen zählt vier,
- das von Ouder-Amstel fünf Andreaskreuze.
Eine weitere Theorie besagt, dass die drei Kreuze an den Apostel Andreas erinnern sollen.
Als belegt gilt, dass die Stadt das Wappen im 15. Jahrhundert annahm. Maximilian von Österreich fügte dem großen
Wappen mit den Löwen als Schildhalter 1489 die österreichische Kaiserkrone hinzu.
Die Königin nahm nach der Befreiung im Mai 1945 die Haltung der Bürgerschaft während der Besetzung (1940–1945)
zum Anlass, diese mit dem Spruch „Heldenhaftig, Unentwegt (auch als Entschlossen zu interpretieren), Barmherzig“ zu
würdigen.
Der Wahlspruch kam 1947 ins Wappen.
Das Wappen ist in der Stadt allgegenwärtig, da es nicht nur die in Amsterdam typischen Poller (Amsterdammertjes) ziert,
sondern auch Gullydeckel, öffentliche Gebäude und viele Logos.
Siehe auch: Flagge Amsterdams
Amsterdam ab dem Mittelalter [Bearbeiten]
Siehe auch: Regent von Amsterdam
Historische Karte von Amsterdam aus Meyers Konversationslexikon 1888
Das niederländische Nationaldenkmal
Bis in das 12. Jahrhundert war die heutige Provinz Holland zum größten Teil schlecht besiedelbar. Es handelte sich
um ein sehr feuchtes Gebiet, das hauptsächlich aus Moor und Sumpfland bestand und von mehreren Flüssen
durchschnitten war. Einer dieser Flüsse war die Amstel, die in den IJ genannten Meeresarm mündete. Gegen
Ende des 12. Jahrhunderts entstand rund um einen Damm im Fluss eine kleine Siedlung. Nach archäologischen
Ausgrabungen erweist sich das alte Kinderlied Amsterdam, die schöne Stadt, ist gebaut auf Pfählen als durchaus
richtig: Tatsächlich konnten nur mit Hilfe unzähliger Pfähle als Untergrund Häuser und Straßen im Sumpfland
gebaut werden.
Dem Damm in der Amstel verdankt die Stadt Amsterdam ihren Namen. Heute ist der Damm noch immer existent;
inzwischen wurde er zu einem Platz umfunktioniert, dem Dam. Anfang des 13. Jahrhunderts wurden Amsterdam
vom damaligen Landesherrn Stadtrechte verliehen. Im Jahre 1369 wurde Amsterdam Mitglied der Hanse.
Der Fischfang, anfangs die bedeutendste Erwerbsquelle, wich allmählich dem Handel. Die Einverleibung Portugals
durch Spanien im Jahr 1580 zwang die nördlichen Niederlande dazu, selbst nach Indien zu fahren. Die ersten
Fahrten wurden von Amsterdam aus unternommen und gleich zu einem gigantischen Erfolg. Angeregt durch dieses
Ergebnis, wurden bald überall im Land Pläne geschmiedet, Schiffe nach Indien zu schicken.
Aus all diesen Einzelinitiativen entstand 1602 die Vereenigde Oost-Indische Compagnie (VOC). Die Stadt alleine
zeichnete mehr als die Hälfte des gesamten Kapitals, das in das neue Unternehmen investiert wurde. Gegen Ende
des siebzehnten Jahrhunderts war Amsterdam die wohlhabendste Stadt Europas. In ihren Häfen und Lagerhäusern
stapelten sich Gewürze, Seide und andere Kostbarkeiten aus Indien und dem Pazifikraum.
1609 gründeten kongregationalistische Glaubensflüchtlinge aus England unter der Leitung von John Smyth und
Thomas Helwys in einer Bäckerei an der Amsterdamer Bakkerstraat die erste Baptistengemeinde. Sie war die Keimzelle
einer der heute größten protestantischen Kirchengemeinschaften.
Im Jahr 1672 gerieten die mächtigen Niederlande gleichzeitig in einen Krieg mit Frankreich und England. Der
Holländische Krieg endete 1679 mit Vorteilen für die französische Krone. Durch die Kriegswirren wurde der Hafen Amsterdams
unerreichbar für die Handelsflotte mit Waren aus Indien. Dies leitete den Niedergang Amsterdams als einer der bedeutendsten
Umschlaghäfen für den Welthandel ein und führte zum Ende des Jahrhunderts zu einer Änderung der wirtschaftlichen Strukturen;
Amsterdam verlor seine Stellung als bedeutende Hafenstadt, gewann aber zunehmend Einfluss auf den europäischen Geldmarkt.
Amsterdam schaffte es, zum finanziellen Zentrum der Welt zu werden, als Bankier für die europäischen Fürsten, die mit
geliehenem Geld ihre kostspieligen Kriege führten.
Bei seiner Ernennung zum König von Holland am 23. Juni 1806 erklärte Louis Bonaparte die Stadt Amsterdam zu seiner Hauptstadt.
Dies konnte jedoch nicht verhindern, dass Amsterdam in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts allmählich zu einer „toten“ und
verarmten Stadt wurde. Einen neuen Aufschwung erlebte die Stadt erst, als 1876 der Noordzeekanaal eröffnet wurde, der Amsterdam
eine Verbindung zur Nordsee und damit mit England und den Vereinigten Staaten verschaffte. Erneut wurde Amsterdam Mittelpunkt
des kulturellen und wissenschaftlichen Lebens, obgleich es ökonomisch allmählich, besonders nach dem Zweiten Weltkrieg, von
Rotterdam überflügelt wurde.
Unzählige jahrhundertealte Denkmäler zieren den Stadtkern. Fast 7.000 Kaufmanns- und Lagerhäuser sowie beinahe
1.300 Brücken aus dem sechzehnten, siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert zeugen von diesem Goldenen Zeitalter.
Die Handelshäuser wurden entlang der 165 Grachten gebaut, die als Transportwege genutzt wurden, um die schnelle Verteilung der
Importwaren in der Stadt und zu den Handelskontoren zu bewerkstelligen. Die größte Altstadt Europas mit ihren schönen Gebäuden
soll auch in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen werden.